Archiv für Juni 2017

Frida im September 2017

am 7. September ab 19:00 Uhr

Der Arbeitskreis Frauenpolitische Bildung des Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung und die Störenfrida Berlin laden zu einem

interaktiven Vortragsabend mit Traudel Sattler:
Der Mailänder Frauenbuchladen – ein Stück Frauengeschichte und ein lebendiger Ort der politischen Praxis

Eine Veranstaltung des Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung. Finanziert mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.
Moderation: Anna Hartmann
Beginn 19:30 Uhr

Traudel Sattler ist seit 1982 im Mailänder Frauenbuchladen aktiv. Der Buchladen wurde 1975 gegründet und entwickelte sich zu einem Zentrum der feministischen Zusammenhänge und Theoriebildung in Mailand und darüber hinaus. Die aktiven Frauen schufen einen lebendigen Diskussionszusammenhang, in dem sie die politische Praxis der Beziehung und des Begehrens entwickelten, sich kontinuierlich mit ihren Erfahrungen und den gesellschaftlichen Verhältnissen konfrontierten und ihre Erkenntnisse publizierten. Nach dem Beispiel einer Pariser Gruppe führten sie anfangs die Praxis des analysierenden Zuhörens in ihre Diskussionen ein, um ausgehend von individuellen Erfahrungen ein differentes Wollen und Wirken zu schaffen. Dieser Diskussionszusammenhang ist ein Raum von explizit neuer Denkproduktion, die das eigene Erleben in Sprache bringt, so „dass die Erfahrungen und die Sprache nah beieinander bleiben und keine große Kluft entsteht,“ wie Traudel Sattler sagt.
Dieser Denkraum im Mailänder Frauenbuchladen besteht bis heute mit eigenen Publikationen, Veranstaltungen und Diskussionen fort.
Wir wollen mit Traudel Sattler darüber sprechen, was diesen Kontext so stabil und besonders macht, was wir daraus lernen und für unsere eigene feministische Praxis aufgreifen können.

Traudel Sattler
Traudel Sattler lebt und arbeitet seit 1982 in Mailand, wo sie an der Universität ihre Muttersprache vermittelt. Geplant war das zunächst nur für ein Jahr, doch dann entdeckte sie die Libreria delle donne, den dortigen Frauenbuchladen, einen wichtigen Ort der politischen Reflexion und Praxis, und blieb. Sie hat zahlreiche Texte zum Differenzdenken ins Deutsche übersetzt und ist Teil der Redaktion der online-Publikation via Dogana und der Webseite der Libreria. www.libreriadelledonne.it

Anna Hartmann ist Sozialwissenschaftlerin und politische Bildnerin, Mitbegründerin der Störenfrida Berlin und Mitglied im AK Frauenpolitische Bildung im Bildungswerk der HBS.